Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird.
Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Mathematiker
 
 
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Alles nur Esoterik!?

An alle Skeptiker: Willkommen im Club!

Der Begriff "Coaching" ist nicht geschützt. Mittlerweile gibt es immer mehr — seriöse wie auch unseriöse — Angebote, die als "Coaching" angepriesen werden. Es gibt den Life Coach, den Personal Coach, den Fitness Coach, den Mental Coach, den Agile Coach, und scheinbar jede Führungskraft, die ewas auf sich hält, ist nicht nur weisungsbefugt, sondern versteht sich auch selbst als Coach.
Ich persönlich finde es nicht verwunderlich, dass da eine gewisse Skepsis aufkommt, was die Wirksam- und Sinnhaftigkeit von Coaching anbelangt. Mehr noch: Ich fände es gelinde gesagt erschreckend, wenn dem nicht so wäre!
Ich selbst gehöre zu der Sorte Mensch, die gern und viel hinterfragt. Was ich nicht sehen kann, ist zunächst mal nicht da. Und dann möge man mir bitte das Gegenteil beweisen. (So habe ich mir in der Vergangenheit z.B. auch nicht ganz ernst gemeinte Diskussionen mit meinem Mann geleistet, bei denen ich den tatsächlichen Nutzen von Vitaminen in Frage stellte...)

Vieles klingt heutzutage auch einfach so ausgelutscht und abgedroschen, dass man schon gar nicht mehr richtig hinhört. Positiv Denken ist für mich so ein Klassiker. Schon tausendmal gehört und deshalb inzwischen ad akta gelegt. Oder diese "Achtsamkeit" — ein Begriff, der einen die Flucht ergreifen lassen will.
Mit etwas mehr Abstand sage ich: Eigentlich schade!
Und damit will ich gar keine Lanze brechen, weder für Bachblüten, noch für Globuli und schon gar nicht für das Ausnutzen der Gutgläubigkeit verzweifelter Menschen. Nichts läge mir ferner.
Was ich jedoch inzwischen für mich rausgefunden habe: Ich fahre gut mit der Einstellung "Wenn es hilft, warum nicht?"

Manchmal ist der Leidendsdruck nicht groß genug, "komische" Dinge auszuprobieren. Super, dann ist ja noch genug Spielraum für die nicht komischen Sachen :)
Aber manchmal komme ich an einen Punkt, wo die bisherigen Strategien nicht mehr ausreichen. Wo ich mich im Kreis drehe oder auch einfach nur schneller und effektiver mein Ziel erreichen will.
Dann ist in meinen Augen der perfekte Zeitpunkt, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Und trotzdem werde ich mir immer das Recht beibehalten, skeptisch zu sein und Dinge beiseite zu legen, wenn sie nicht (mehr) passen. (Mit Bachblüten kann ich mich z.B. immernoch nicht identifizieren, aber immerhin dürfen die Vitamine inzwischen bleiben ;P )

Ein kluger Mensch hat mal gesagt:
Wenn es funktioniert, ändere nichts. Wenn es nicht funktioniert, mache etwas ander(e)s.

Was bedeutet das für's Coaching?

Als Coach würde ich persönlich nie jemanden zu etwas überreden, das ihm/ihr suspekt ist. Diese Position des "Bequatschten" kenne ich zur Genüge und empfinde ich nicht nur als unangenehm, sondern auch als sinnfrei. Für mich gilt: Der Klient muss sich wohlfühlen und nur dann hat die Vorgehensweise einen Sinn.
Lassen Sie uns zusammen rausfinden, was für Sie Sinn macht. Und sollten wir auf etwas stoßen, bei dem Sie sagen "Ähm, das ist mir jetzt aber zu viel Om!" legen wir das getrost zur Seite und widmen uns dem, was für Sie passend(er) ist.

Keine Sorge, all das bedeutet nicht, dass Sie in unserem Coaching nicht hart arbeiten und an Ihre Grenzen gehen dürfen. Es ist schon eine Leistung, wenn man sich z.B. eingefahrenen Mustern stellt und versucht, sie in neue Bahnen zu lenken. Dazu braucht es Mut und so etwas wie geistige Flexibilität. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, etwas Neues auszuprobieren, sich zu hinterfragen. Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne von Mentalakrobatik. Weil es manchmal wirklich ein Drahtseilakt sein kann und das vielleicht sogar ohne Netz und doppelten Boden. Aber das Ergebnis kann es wert sein. Und das Beste: Ob dem wirklich so ist, entscheiden ganz allein Sie!

 
Meine Hochachtung allen Mentalakrobaten und jenen, die es werden wollen.
 
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Tina Fritz